Dienstag, 22. August 2017

Vortragsabend

„Raumnutzung des Rotmilans im südlichen Bürener Stadtgebiet“

An Stelle des Klönabend im GfN-Haus findet am 1. Freitag im September (01.09.2017) um 18.30 Uhr ein Vortrag von Jan Frederik Clausen
„Raumnutzung des Rotmilans im südlichen Bürener Stadtgebiet“
in den Räumen des Aeroclubs Büren am Bürener Segelfluplatz (Navi: Vikar-Schlepphorst-Weg) statt. Jan Frederik Clausen aus Büren, Master-Absolvent der Geographie in Göttingen, hat im Rahmen einer umfangreichen Freiland-Arbeit die Aktivität der Rotmilane im Raum Büren-Hegensdorf-Weiberg-Siddinghausen-Weine untersucht. Im seinem 30 minütigen Vortrag stellt er die interessanten Ergebnisse vor.



Imposanter Anblick: über 20 Rotmilane am Schürenbusch in
Fürstenberg im August 2016 (Foto: Hubertus Nolte / GfN e.V.)

Vor dem Vortrag besteht die Möglichkeit, die Schlafplätze des Rotmilan bei gutem Wetter live zu beobachten. Treffpunkt ist um 17.00 Uhr die GfN-Fläche an der Musikantenecke (nördlicher Rand des Okentals bei Büren-Keddinghausen).
Im Anschluss an den Vortrag ist alles für einen gemütlichen Abend am Grillfeuer mit Bratwurst aus heimischen Wäldern und kühlen Getränken vorbereitet.
Wir laden herzlich zur Teilnahme ein!

Mittwoch, 16. August 2017

Das nächste Schlagopfer auf dem Sintfeld


Das nächste Schlagopfer auf dem Sintfeld
Leider wieder ein toter Mäusebussard unter einer Windkraftanlage
Gestern wurde auf der „Körtge“ (Gemarkung auf dem Sintfeld an der Grenze zwischen Meerhof und Fürstenberg) ein weiterer toter Mäusebussard zufällig gefunden. Ein erfahrener Ornithologe nahm den Kadaver auf und führt diesen einer entsprechender Untersuchung zu. Einer ersten äußeren Untersuchung (Flügelbruch, viel Blut am Schnabel) und dem Fundort (ca. 8 m vom Turm entfernt) nach dürfte es wieder ein Kollisionsopfer an einer Windkraftanlage sein.



Der Kadaver eines Mäusebussards, so wie er  unter der Windkraftanlage am 13.08.2017 vorgefunden wurde.




Lage des Fundortes des Mäusebussards auf der „Körtge“.
Durch die laufenden Erntearbeiten auf dem Sintfeld, aber auch an vielen anderen Stellen im Kreis, fliegen viele Greifvögel auch wieder verstärkt in Windparks. Hier sind erst in den letzten 2-3 Jahren  zunehmend Auflagen zum Abstellen der Windenergieanlagen in die Baugenehmigungen im Kreis Paderborn geschrieben worden. Einige Abschaltzeiten sind dabei zu kurz gewählt, da sich Milane oder Bussarde doch zeitlich länger über abgeernteten und frisch bearbeiteten Acker- und Grünlandflächen aufhalten.
Welche Gefahren sie sich dabei aussetzen, zeigt dieser Zufallsfund. Neben der derzeit laufenden Bodenbearbeitung sammeln sich auch Greifvögel, wie die Rotmilane, derzeit an Waldrändern, um dort gemeinsame Schlafplätze aufzusuchen. Einige dieser Schlafplätze befinden sich ebenfalls in der Nähe von Windparks oder Einzelanlagen, so dass auch hier die zunehmende Gefahr der Kollision mit den Flügeln der Windmühlen besteht.
Die GfN bittet daher Wanderer, Spaziergänger, Jogger oder auch Jäger, im Augenblick in Windparks verstärkt die Augen aufzuhalten und bei einem Totfund Naturschutzeinrichtungen im Kreis oder auch die GfN umgehend zu informieren und zudem ein Foto vom Fundort zu machen. Den toten Greifvogel dabei nicht selber aufnehmen, dieses machen dann erfahrene Biologen, die den Fund genau dokumentieren.




Freitag, 11. August 2017

Naturschutz mal anders.


Ungewöhnliche Arbeiten und Orte sind für die Aktiven der GfN nichts Besonderes. 

Ob mit der Wathose bis zum Bauch im Wasser der Alme beim Kopfweidenschneiden,
in schwindelerregender Höhe auf der Leiter beim Säubern der Nistkästen oder mit
dem Freischneider am steilen Trockenhang, hier wird man schon gefordert!


Aber was machen die Zwei mit dem Stromaggregat unter der Autobahnbrücke?




Mann siehts, im Inneren der hohlen Brücke wird gebohrt und geschraubt.









 Aber wozu, oder für wen?

Nur für die Großen Mausohren!  Diese Fledermausweibchen treffen sich schon seit ca. 25 Jahren in dem Hohlraum der Brücke um dort im Sommer ihre Jungen zu bekommen.





Nicht gerade ein schöner Ort, aber die warmen geräumigen Dachböden mit freiem Zugang sind extrem selten geworden.  Die wenigen Stellen unter der Betondecke, wo sich die Tiere festhalten können, sind durch die jahrzehntelange Nutzung schon stark verschmutzt und die Jungtiere haben große Schwierigkeiten sich dort festzuhalten. Viele sind in den letzten beiden Jahren abgestützt. Mit tödlichen Folgen.


Abhilfe schaffen in diesem Sommer 2 Meter lange, genutete Bretter, die mit Edelstahlhaltern unter die Decke geschraubt sind.




Da können die Jungen und ihre Mütter jetzt ganz entspannt abhängen.

Knapp 300 Weibchen waren es in diesem Jahr, Platz bieten die Bretter, die in allen Brückensegmenten angebracht sind, für mehr als 2000 Tiere. So haben die Mausohren Gelegenheit, sich auch hier nun einen Lieblingsplatz zu suchen.

Bilder: Dieter Hülshoff / GfN

Mittwoch, 9. August 2017

GfN - Anwalt der Natur vor unserer Haustür

Aktuelle Stellungnahmen im Juli 2017
In den letzten 12 Monaten hat sich die Gemeinschaft für Naturschutz im Bürener Land e.V., kurz unsere GfN, zunehmend zu Fragen des Natur- und Artenschutzes zu Wort gemeldet. Der Schutz unserer Natur und Landschaft ist oberstes Ziel und Zweck unserer Gemeinschaft. Dieses machen wir gern, zumal viele Eingriffe in unsere Landschaft und in den Naturhaushalt direkt vor unserer Haustür unser Engagement zunehmend einfordern.
Durch unsere Mitgliedschaft in der Landesarbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände in NRW (LNU) werden wir als anerkannter Naturschutzverband beteiligt, wenn Eingriffe in Natur und Landschaft geplant sind. Zusätzlich nehmen wir zu Verfahren Stellung, an denen die Öffentlichkeit z. Bsp. Aufgrund der Vorschriften des Bundesimmissionsschutzgesetztes (BImSchG) beteiligt werden muss. Dieses ist u.a. bei Vorhaben zur Errichtung von Windenergieanlagen der Fall.
Wichtige Einwendungen werden vom Landesverband der Naturschutzverbände (BUND, NABU und LNU) NRW zu gemeinsamen Stellungnahmen gebündelt und nach Abstimmung mit den Mitgliedsverbänden vor Ort weitergeleitet.
Um etwas über unsere laufende Arbeit zu informieren, stellen wir nun in loser Reihenfolge einige unserer aktuellen Stellungnahmen vor. Im Juli 2017 haben wir uns u.a. zu folgenden Vorhaben eingebracht: 


Fällung einer Kastanie (Naturdenkmal) auf dem Wasserplatz in Fürstenberg
Fügte die Miniermotte den Blättern der Rosskastanie und damit letztendlich dem Baum selbst Schaden zu, so macht inzwischen ein Bakterium vielen unserer Kastanien den Garaus. Befallene Bäume weisen neben abgestorbener Rinde zudem Rissbildungen auf und bieten unterschiedlichen Pilzen Möglichkeiten zum Befall des Baumes.
So war es auch mit einer alten, großgewachsenen Kastanie in Fürstenberg, die als Naturdenkmal eingetragen war und damit besonderen Schutz genoss.
Bei einer Begutachtung konnte das von der Stadt Bad Wünnenberg festgestellte Schadensbild nur noch bestätigt werden. Der Baum war abgängig und bereits nahezu abgestorben.
 
Da sich im Bereich des Baumes ständig spielende Kinder aufhalten ging von dem Baum neben der eigentlichen Verkehrssicherung auch eine Gefährdung der Anwohner aus. Die GfN hat daher der umgehenden Fällung der Kastanie zugestimmt.
 
Kabelverlegung der Westnetz GmbH im Bereich Herbram, NSG Schmittwassertal
Die Westnetz GmbH möchte für eine Leitungsverlegung im sog. Spülbohrverfahren bei Herbram im Bereich des NSG „Schmittwassertal“ eine Befreiung von den Verboten im NSG vom Kreis Paderborn erhalten.

Das ausgesuchte Spülbohrverfahren ist zur Minimierung des Eingriffs im NSG auch zwingend geboten. Da der Eingriff in dieser Form vertretbar erscheint, haben sich die Einwendungen der GfN in diesem Fall auf Hinweise auf eine Bauzeitenbeschränkungen (das angrenzende Waldgebiet „Buchlieth“ ist einer der größten Rotmilanschlafplätze in NRW !) konzentriert.

Geplanter Bau einer Windenergieanlage „Auf dem Molmschen“, Büren-Harth
Im Rahmen der Flächennutzungsplanung der Stadt Büren fällte der Gutachter für das betreffende Windvorranggebiet im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag in der Bewertung damals folgendes Urteil:
"Der Suchraum „Molmsche“ hat von allen Suchräumen das höchste artenschutzrechtliche Konfliktpotenzial. (...) Fachgutachterlich wird von einer Ausweisung des Suchraums „Molmsche“ als Windvorrangzone aus Gründen des Artenschutzes (hohes artenschutzrechtliches Konfliktpotenzial) abgeraten.“
Dennoch soll hier eine einzelne Windenergieanlage errichtet werden. Dagegen formulierte das Landesbüro der Naturschutzverbände NRW eine umfangreiche Stellungnahme.
Visualisierung des geplanten Standortes vor dem FFH Gebiet Leiberger Wald

Die GfN hat hierzu umfangreiche Daten zusammengestellt und neben Fragen zu sensiblen Vogelarten wie dem Schwarzstorch oder Rotmilan auch einiges zu den betroffenen Fledermausarten beigetragen. Dadurch konnte das Landesbüro in der vergangenen Woche eine sehr umfangreiche Stellungnahme mit zahlreichen Kritikpunkten vorlegen.

Stellungnahmen können eingesehen werden
Die Gemeinschaft für Naturschutz (GfN) e.V. hält die Stellungnahme zur geplanten WEA Molmsche sowie weitere Stellungnahmen aus den vergangenen 12 Monaten (u.a. FNP Stadt Salzkotten, WEA Hirschweg Bad Wünnenberg, WP Altenautal, WP Mittelberg-Norholz-Dahlheim, WP Niederntudorf, WEA Oberntudorf, WEA Salzkotten, WEA Scharmede, WP Körtge 1 und Körtge 2, WP Saure Heide)  vor und gibt diese gerne an Interessierte weiter. Es ist zudem vorgesehen, diese in Zukunft auch ins Internet zu stellen und diese so öffentlich zugänglich zu machen.

Dienstag, 1. August 2017

Klönabend im Haus am Kump

Jeden 1. Freitag im Monat treffen wir uns zu unserem monatlichen Klönabend in unserem Haus am Kump in der Bad Wünnenberger Oberstadt.
So auch jetzt wieder am 04.08.2017 um 18 Uhr. Hierzu sind auch Nicht-Mitglieder gern gesehene Gäste und Gesprächspartner.
 Bei guten Wetter sitzen wir auch gerne draußen vor dem Haus. Einfach mal vorbeischauen!

Sonntag, 23. Juli 2017

Seltene Wiesenweihen brüten erfolgreich in Borchen

Drei Junge sind ausgeflogen, Nistplatz bei Etteln etabliert
In den vergangenen Tagen sind drei junge Wiesenweihen aus dem Nest in einem Kleegrasfeld bei Etteln ausgeflogen. Damit konnten brütende Wiesenweihen hier zwei Jahre in Folge nachgewiesen werden. Auch in den 1990er Jahren brütete diese seltene Greifvogelart schon einmal in dieser Feldflur bei Etteln, berichtet Hubertus Illner, Betreuer des vom Land geförderten westfälischen Weihen-Schutzprogrammes.
Erste Hinweise auf Brutvorkommen in Borchen gab im Vorjahr ein örtlicher Jäger, dem die seltenen Greifvögel in der Ettelner Feldflur schon seit 2013 immer wieder aufgefallen waren. Es ließen sich schließlich sogar 2016 zwei Brutpaare nachweisen, die allerdings aus nicht genau bekannten Gründen keinen Bruterfolg hatten.
In diesem Jahr siedelte sich ein Paar schon recht früh an und begann in einem Kleegrasfeld zu brüten. Zudem konnte noch ein zweites Paar Wiesenweihen beobachtet werden, dass sich ebenfalls in der dortigen Feldflur aufhielt. Der Weihenbeauftragte dokumentierte die Bruten und veranlasste deren Schutz. Örtliche Jäger und Landwirte beteiligten sich an den Schutzmaßnahmen.



Die erfolgreich ausgeflogenen Jungen wurden von Hubertus Illner einige Tage vor dem Ausfliegen beringt. Dazu gehört auch die Anbringung von weißen Farbringen mit jeweils zwei Ziffern, die mit einem guten Fernglas am sitzenden Vogel abgelesen werden können.





Auch das diesjährige Brutmännchen in Etteln trägt einen solchen Farbring, der zeigt, dass es in den Vorjahren in den tieferen Lagen des europäischen Vogelschutzgebietes Hellwegbörde aufgewachsen war.
Wiesenweihen sind in NRW stark gefährdet. Mit nur knapp 20 Brutpaaren in NRW im Jahr 2016 würde die Population in NRW ohne besondere Schutzmaßnahmen sicher nicht überleben, gibt Hubertus Illner zu bedenken. Wiesenweihen brüten bevorzugt in Getreidefeldern. Wenn das Getreide reif ist oder Feldgrasflächen schnittreif sind, sind die jungen Weihen überwiegend noch nicht flugfähig. Ausreichend große Schutzzonen um die Nester werden deshalb in Absprache mit dem Bewirtschafter vor der Ernte markiert und dann von der Erntemaschinen umfahren. Landwirte erhalten für den Ernteausfall eine Entschädigung. Wiesenweihen sind in NRW so selten, dass jeder Verlust ein Rückschlag für den Fortbestand in NRW ist.
Aufgrund der beiden Brutnachweise wurden die Genehmigungen von vier Windkraftanlagen im vergangenen Jahr erst einmal nicht erteilt, denn Wiesenweihen sind durch solche Anlagen gefährdet, insbesondere wenn  diese in Brutplatznähe betrieben werden. Sie können bei den häufigen Flugaktivitäten im hohen Luftraum (Balz, Beutetransport; Abwehr von Flugfeinden,
 Übungsflüge der Jungen) mit den Rotorblättern zusammenstoßen.




Aus Deutschland gibt es schon mehrere Nachweise von Weihen, die durch Windkraftanlagen getötet wurden. Um die Gefährdung durch Windkraftanlagen maßgeblich zu reduzieren, sehen die fachlichen Empfehlungen der Staatlichen Vogelschutzwarten deshalb auch einen Schutzabstand von 1000 Metern vor, den Windanlagen zu den Brutplätzen von Wiesenweihen einhalten sollten.
Durch das erneute, nun auch erfolgreiche Brüten der Wiesenweihe in der Feldflur bei Etteln ist nach der Erfahrung des Weihenbeauftragten die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese streng geschützte Art sich hier auch in den Folgejahren wieder zur Brut ansiedeln wird. Dem hat die Flächennutzungsplanung der Gemeinde Borchen und die Entscheidung des Kreises Paderborn über Windkraftanträge in diesem Raum Rechnung zu tragen.
Fotos: Patrick Büker / GfN e.V.  (weitere Verwendung nur nach Rücksprache möglich)

Montag, 17. Juli 2017

Naschwiese erblüht

Es wird zwar noch eine ganze Weile dauern, bis die Wanderer von den Bäumen und Sträuchern auf der von uns zum Tag des Baumes neu angelegten Wiese naschen können, aber die Schmetterlinge naschen schon an den ebenfalls dort eingesäten Wildblumen und Nektarspendern.




Ein ganz großes Dankeschön an alle, die dem Schneesturm im April getrotzt und mitgeholfen haben!

Mittwoch, 12. Juli 2017

30 Jahre Naturschutzprojekte in Bleiwäsche

Präsentation im Rahmen des diesjährigen Dorfwettbewerbes
Seit nunmehr 30 Jahren engagieren sich die Mitglieder der GfN bei verschiedenen Naturschutzprojekten in Bleiwäsche.  War es zuerst nur der Stollen, der aufgegraben,
betoniert und mit einem Tor gesichert wurde, so kam nach kurzer Zeit noch die
Orchideenwiese dazu. Seit 2 Jahren wird an der Pinge, ebenfalls ein Bergbaurest
und unterirdisches Fledermaus-Winterquartier, gearbeitet.
Bei dem Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" blieb dieses Engagement natürlich nicht unberücksichtigt. Die Bewertungskommission besichtigte den Stolleneingang und auf zwei Tafeln mit Fotos wurden die in dem Moment "unsichtbaren" Aktivitäten und Besonderheiten vorgestellt.


Zum Abschluss der Rundfahrt standen die Tafeln auch auf dem Dorfplatz und am nächsten Tag, Fronleichnam, hatten die Bleiwäscher Gelegenheit nach der Kirche alle Arbeiten in der Alten Schule, heute die Begegnungsstätte des Ortes, noch einmal in Augenschein zu nehmen.

Quelle: Hubertus Nolte, Dieter Hülshoff, 12. Juli 2017

Februar 2026 der Naturschutzgruppe Borchen

  Monatsartikel Februar 2026 der Naturschutzgruppe Borchen Interessante Aktionspläne der Naturschutzgruppe Bo...