Donnerstag, 27. April 2017

Naschwiese für Wanderer


Naturschutzverbände pflanzen Apfelbäume am Tag des Baumes bei Gut Wohlbedacht


„Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch ein Apfelbaum pflanzen“. Dieses Martin Luther zugeschriebene Zitat nehmen die Paderborner Kreisverbände des NABU NRW und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) sowie die Gemeinschaft für Naturschutz (GfN) im Bürener Land zum Anlass am Tag des Baumes Apfelbäume in einer Streuobstwiese zu pflanzen.

„Streuobstwiesen tragen in besonderen Maße zum Erhalt der biologischen Vielfalt in unserem Land bei“, so GfN-Vorsitzender Hubertus Nolte. Er hat zusammen mit seiner Frau Marita Veith mehr als 130 Obstbäume, allesamt alte Sorten, mit Unterstützung durch das Kulturlandschaftsprogramm des Kreises Paderborn auf den alten Weideflächen bei Gut Wohlbedacht gepflanzt und damit gleich mehrere neue Streuobstwiesen geschaffen. „Es ist wichtig, dass wir unsere Natur und unsere Landschaft nicht nur verbrauchen, sondern ihr auch etwas zurückgeben“, sagt Marita Veith und deutet auf die ebenfalls neu angelegte, rund 500 m lange Feldhecke hin, die die Streuobstwiesen umfasst und einen weiteren ökologisch wichtigen Aspekt setzt.   

Zusammenarbeit ermöglicht Sortenrettung

Um Streuobstwiesen dauerhaft zu erhalten, zu pflegen und auch wieder neu anzulegen, haben sich der NABU, die SDW sowie die Landesarbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände in NRW gemeinsam mit dem Landwirtschaftsverband NRW zusammengeschlossen und einem Kooperationsvertrag zum Schutz der Streuobstwiesen geschlossen.  „Schon bei der Planung und Umsetzung der Neuanlage konnten wir auf Fachleute aus der direkten Nachbarschaft zurückgreifen, so dass neben alten regionalen Sorten aus der Baumschule Helfgerdt, Delbrück, wie dem Bürener Zitronenapfel oder dem Paderborner Sydenhemdchen auch besondere Raritäten gepflanzt wurden“ erzählt der GfN-Vorsitzende.

So ergab sich bereits vor Ort eine Kooperation mit Naturschützern aus dem Hochsauerlandkreis, die alte Obstbaumsorten aus dem eigenen Mutterreiser-Garten in Giershagen zur Verfügung stellten. Der Mutterreise wird von sehr alten Obstbäumen, z. Bsp aus dem alten Klostergarten in Glindfeld, geschnitten und von der Biologin Claudia Schluckebier veredelt.

Teilweise können die von ihr gefundenen, alten Bäume keiner bekannten Sorte zugeordnet werden. „Die Verwendung der alten Sorten dient dem Erhalt der wichtigen Artenvielfalt. Mit der Pflanzung von Bäumen aus dem Giershagener Muttereiser-Garten tragen die neu angelegten Streuobstwiesen zudem zur Sortenrettung bei“, betont NABU Kreisvorsitzender Thomas Laumeier und verweist auf das Highlight der Neuanlage.




Naschwiese für Wanderer

Ein weiteres Highlight möchten aber auch die Naturschutzverbände mit ihrer Aktion zum Tag des Baumes setzten: „Mit der heutigen Pflanzaktion ergänzen wir die neuen Streuobstwiesen um eine zukünftige Naschwiese, die Wanderern zugänglich gemacht wird, die hier entlang der Via Regia oder des Sintfeld-Höhenweges laufen und zur passenden Jahreszeit eine fruchtige Wegzehrung gebrauchen können“, blickt Thomas Laumeier auch auf eine ebenfalls willkommene Nutzung.

Ein Baum auf der zukünftigen Naschwiese ist ein Ableger eines alten Baumes aus dem schon genannten Klostergarten des Klosters Glindfeld bei Medebach.  Damit schließt sich auch der Kreis zu Martin Luther und seinem Apfelbäumchen. Die heutige, gemeinsame Aktion ist für den SDW Kreisvorsitzenden Klaus Wullenweber daher besonders wichtig. Seit vielen Jahren kümmert sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mit Aktionen um den Tag des Baumes.  „Heute werden bundesweit durch die Schutzgemeinschaft zum Anlass des 500-jährigen Reformationsjubiläums Apfelbäume gepflanzt. Wir alle wissen, wie wichtig es ist gerade in unserer heutigen Zeit Zeichen zu setzen und die Natur wieder ernst zu nehmen“, so der Forstmann Wullenweber und ist sich sicher: „die heutige gemeinsame Aktion der Naturschutzverbände im Kreis Paderborn ist ein besonderer Beitrag zur landesweiten Kooperation zum Schutz und Erhalt unserer Kulturlandschaft.“

Zu Rückfragen:
GfN e.V.:        Hubertus Nolte, Tel. 0171-5498760
NABU Paderborn:    Thomas Laumeier, Tel. 0171-1962456
SDW Paderborn:    Klaus Wullenweber, Tel. 0151-12747583

Dienstag, 11. April 2017

Rotmilan kollidiert mit Windenergieanlage

Pressemitteilung 01-2017

Rotmilan kollidiert mit Windenergieanlage

Gemeinschaft für Naturschutz (GfN) fordert konsequenten Artenschutz

Die jetzt vorliegende Analyse zur Todesursache eines im Windpark Strautefeld (Wewelsburg) gefundenen Rotmilans nimmt die GfN zum Anlass, auf die gravierenden Artenschutzkonflikte durch den ungehemmten Ausbau der Windenergie im Kreis Paderborn hinzuweisen.

Das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) kommt nach der Sektion zu dem Befund, das der Vogel mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Kollision mit einer Windenergieanlage zu Tode gekommen ist.  "Der Windpark Strautefeld war unter Naturschützern hoch umstritten", so Hubertus Illner, der im Genehmigungsverfahren vor sieben Jahren für die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) Stellung genommen hat. "Bei der Genehmigung wurden schwerwiegende Bedenken zum Schutz von Wachtelkönig, Wiesenweihe und Rotmilan nicht berücksichtigt."

Der tote Rotmilan von Wewelsburg reiht sich in die Liste von allein drei weiteren sicheren Rotmilan-Schlagopfern in Grundsteinheim, Hakenberg und Fürstenberg im vergangenen Jahr ein. Wahrscheinlich kam auch ein fünfter Vogel bei Eilern durch eine Windenergieanlage zu Tode. "Bei allen Funden handelt es sich um Zufallsfunde. Es gibt keine systematische Schlagopfersuche durch unabhängige Stellen. Fünf tote Rotmilane sind nur die Spitze des Eisbergs," betont Hubertus Nolte als Vorsitzender der GfN.

Auch der Schutz des Schwarzstorches, den die GfN vor einem Jahr bei Dahl gefunden hat  gerät immer mehr zur Posse. Nachdem der Kreis Paderborn im vergangenen Jahr drei Windräder durch eine Ordnungsverfügung abschalten konnte, warten Naturschützer in diesem Jahr bis jetzt vergeblich auf die Abschaltung, obwohl der Schwarzstorch längst zurückgekehrt ist und mit der Brut begonnen hat. Vor acht Wochen hat sich das Umweltministerium des Landes in diesen Fall eingeschaltet. Eine sogenannte "Task-Force" von Minister Remmel bemüht sich offensichtlich, den Präzedenzfall mit Signalwirkung für weitere Verfahren im Lande zu verhindern und blockiert auf diese Weise effektiven Artenschutz.

"Wir gehen davon aus, dass der Kreis seine Verantwortung zum Schutz des Schwarzstorches ernst nimmt und Landrat Müller unabhängig von Minister- und Investorenwünschen kurzfristig die Abschaltung verfügt," zeigt sich Hubertus Nolte dennoch zuversichtlich.

Freitag, 7. April 2017

Einladung zur Baumpflanzaktion am Tag des Baumes

Streuobstwiesen gehören, wie wir alle wissen, zu den Landwirtschaftsflächen mit besonders hohem Naturwert. Sie tragen in besonderem Maße zum Erhalt der biologischen Vielfalt in unserem Land bei.
Um unsere Streuobstwiesen dauerhaft zu erhalten, Pflegemaßnahmen zu etablieren und die Neuanlage von Streuobstwiesen voranzutreiben, haben vor wenigen Monaten der NRW- Umweltminister sowie die Verantwortlichen der Landwirtschafts- und Naturschutzverbände NRW's (NABU, LNU und SDW) eine Kooperationsvereinbarung zum Schutz der Streuobstbestände in unserem Land unterzeichnet.
Die Kooperationspartner wollen dafür Sorge tragen, dass bestehende Streuobstbestände nachgepflanzt und neue Bestände begründet werden. Zusammen mit den Kreisverbänden Paderborn, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald NRW und des NABU NRW wollen wir am
Tag des Baumes
am Dienstag, den 25. April 2017
um 18.00 Uhr
auf Gut Wohlbedacht (zwischen Fürstenberg und Essentho) mit dem Pflanzen von Apfelbäumen unseren Beitrag zu diesem landesweiten Vorhaben leisten.
Auf den alten Weideflächen des Gutes wurden in den letzten Wochen bereits über 130 Obstbäume, alles alte Sorten, gepflanzt. Eine Fläche wurde freigehalten, um dort ein paar besondere Apfelbäume zu pflanzen. Hierzu laden wir Sie herzlich ein.
Danach wollen wir noch etwas zusammensitzen. Um für genügend Verpflegung zu sorgen möchten wir um Anmeldung bitten. Wir freuen uns über eine sicherlich schöne, gemeinsame Aktion und verbleiben mit den besten Wünschen für ein fröhliches und schönes Osterfest

Steinkauz-Aktion der GfN in Borchen

Neue Wohnungen für Steinkauz-Paar in Borchen Im Sommer 2018 beobachtete ein GfN-Mitglied einen Steinkauz am Rande einer Streuobstwiese im ...