Donnerstag, 29. März 2018

Wieder ein Schlagopferfund

Unterhalb einer Windenergieanlage in der Feldflur östlich von Etteln wurde ein toter Mäusebussard aufgefunden.

   
Wir haben direkt nach Mitteilung über den Fund den Fundort aufgesucht und den toten Bussard begutachtet. Die Verletzungen zeugen deutlich vom Schlag durch die Flügel der Windenergieanlage, eine tödliche Verletzung zum Bsp. durch eine Kollision mit einem PKW o.ä. kann dagegen ausgeschlossen werden.

Der Kadaver des Mäusebussards wird, wie auch bei den Schlagopferfunden in 2017, wieder einer entsprechenden Untersuchung zugeführt und an die sog. „Dürr-Liste“ gemeldet.




Mit Blick auf die zufälligen Funde in den vergangenen Jahren bittet die GfN auch gerade jetzt wieder unsere Mitbürger um Mithilfe, wenn sie als Wanderer oder Spaziergänger im Umfeld von Windenergieanlagen unterwegs sind. Achten Sie bitte auf mögliche Schlagopfer, denn die Funde sind reine Zufallsfunde, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein, gerade auch beim Mäusebussard.
Die Vogelschutzwarte der Länder weisen auch in ihrer neuesten „Information über Einflüsse der Windenergienutzung auf Vögel“ explizit auf die Gefährdung der Mäusebussarde hin. Spätestens nach der Abschluss des PROGRESS-Projektes und den vielen Schlagopferfunden in Deutschland ist klar, dass auch dieser Greifvogel stärker bei Planungen und Genehmigungen von Windkraftanlagen berücksichtigt werden muss. Wir sind froh, dass dieses bereits vom Kreis Paderborn so anerkannt und auch inzwischen schon als Teilbegründung eines Ablehnungsbescheides (Windpark am Hirschweg, südl. von Haaren) angeführt wurde.
Die aktuelle Information der Vogelschutzwarte umfasst nunmehr 116 Seiten und 459 Literaturquellen und kann über folgenden Link abgerufen werden:
http://www.lfu.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/vsw_dokwind_voegel.pdf

Grünes Licht für GfN-LEADER-Projekte

In der 8. LAG-Sitzung des Regionalforum Südliches Paderborner Land e.V. am 28. Februar 2018 in Bad Wünnenberg
 wurden die beiden GfN-Projektanträge „Alt und gesund! – Allergenarme Äpfel und Apfelbäume aus der GfN-LandObstWerkstatt“ und „Edelkrebsschutz an der oberen Sauer“ einstimmig angenommen.


Die Beschlussfassung erfolgte nach einer kurzen Projektvorstellung durch Christian Finke und einer Projektbewertung. Hier konnte das Obstprojekt der GfN die bisher höchste Punktebewertung aller LEADER-Projekte in unserer Region erreichen, was uns sehr freute.
Nachdem nun alle Hürden vor Ort genommen sind, werden nun zeitnah die eigentlichen Förderanträge an die


Bezirksregierung in Detmold gestellt, die bereits im Vorfeld die grundsätzliche Förderwürdigkeit unserer Projekte bejahte. Dennoch wird es noch ein paar Monate dauern, bis wir mit der eigentlichen Projektarbeit beginnen können. 

GfN – Anwalt der Natur vor unserer Haustür

Im Februar und März 2018 hat die GfN in Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden BUND, NABU und pro grün im Kreis Paderborn wieder 3 Stellungnahmen verfasst und als Einwendungen an den Kreis Paderborn gesandt.
2 Stellungnahmen erfolgten im Rahmen eines Screenings für Repoweringvorhaben für den Neubau von Windenergieanlagen in Asseln und Henglarn. Die Naturschutzverbände stehen solchen Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber, zumal es auch zum Rückbau von Altanlagen kommt. Dieses entbindet die jeweiligen Antragssteller jedoch nicht von der grundsätzlichen Beurteilung, ob von der Neubaumaßnahme nicht doch eine erhebliche Beeinträchtigung der Schutzgüter Mensch, Natur und Landschaft ausgeht.
In diesem Fall waren die vorgebrachten Unterlagen, insbesondere der Landschaftspflegerische Begleitplan (LBP), mehr als mangelhaft, was zu einer entsprechenden Rüge durch die Umweltverbände und uns führte.
Bei der weiteren Stellungnahme vor wenigen Tagen haben die heimischen Umweltverbände ihre Ablehnung zu dem Bau einer Einzelanlage zwischen Etteln und der A 33 bekräftigt. Besonders ärgerlich ist es festzustellen, wenn durch die Präsentation von irreführenden Daten der Anschein erweckt werden soll, dass hier z. Bsp. im Fall des Rotmilans keine Gefährdung besteht, zumal im Gefahrenbereich (126 m) „keine Flugbewegung stattgefunden hat“.
Diese Darstellung der Raumnutzung des Rotmilans nach einer Kartierung durch das Gutachterbüro Schmal & Ratzbor war Teil der Antragsunterlagen.
Wie weit diese Annahme von der Realität entfernt ist, beleget die (vom Kreis Paderborn als Genehmigungsbehörde eingeforderte) Neukartierung in 2017.
Diese Raumnutzung des Rotmilans entspricht der neuen Raumnutzungsanalyse des Büros Schmal & Ratzbor aus dem Jahr 2017 und zeugt von der Diskrepanz zwischen den beiden Analysen, ist doch davon auszugehen, dass die Untersuchung in 2017 die Flugbewegungen des Rotmilans realer darstellen dürfte. Die beantragte Einzelanlage ist hier von uns nachträglich blau markiert und liegt inmitten der Flugbewegungen.
Allerdings war die neue Kartierung Teil der nachträglich ausgelegten Antragsunterlagen im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren zu fünf benachbarten Windenergieanlagen und nicht Teil der Antragsunterlagen der Einzelanlage.
Über den Grund, warum hier eine alte – und zudem fragwürdige – Kartierung präsentiert wird und gleichzeitig relevante aktuelle und vom gleichen Gutachter für den gesamtraum erstellte Unterlagen vorenthalten werden, darf man gerne etwas spekulieren.

Führung an der renaturierten Alme entlang

Der Wasserverband Obere Lippe (WOL) hat im vergangenen Jahr die Alme bei Büren-Ringelstein erfolgreich renaturiert. Bislang äh- nelte der ei...